DSA Die Sklavenjäger von Gareth

Was ist ein „gediegenes Abendessen“?

Wenn Weltfremdheit auf Zivilisation trifft.

Razchrar hatte sich inzwischen das Blut von Schuppen und Waffe gewaschen und dachte über die unerwartete Wendung und seine neuen Gefährten nach. Den braunen Mann konnte er nicht erst nehmen. Er hatte behauptet, kämpfen zu können, hatte jedoch keinen Beweis für seine Behauptung geliefert. Den Elfen betrachtete er mit einigem Respekt, da er sich seiner Haut sehr erfolgreich auch selber hatte erwahren können. Den kleinen Mann und das dunkelhäutige Mädchen konnte er noch nicht einschätzen, doch gerade das Mädchen war schien ein Risikofaktor zu sein. Sie kam ihm eigenwilliger vor, als es ihr selbst guttun konnte.

Yelmiz richtete sich innerlich bereits darauf ein, in den Lagerraum des Anwesens zu gehen, sich diverse Kräuter herauszusuchen und diese für Wunderrat aufzubereiten, als dieser stehen blieb, an Blumen schnupperte, Vögel beobachtete und ziellos im Vorgarten umherzulaufen begann. Yelmiz unterdrückte seine Ungeduld. Mit scheinbarer stoischer Ruhe wartete er darauf, dass sein Herr irgendwann seine Sinne wieder von alleine zusammensammeln oder seine Frau einen ihrer hysterischen Anfälle kriegen würde, die er sehr gut verstehen und nachvollziehen konnte. Ludillas Ungeduld ließ nicht lange auf sich warten und im Befehlston beorderte sie Wunderrat in das Innere des Anwesens.
„Ach Ludilla, Liebes, sieh doch nur, wie schön der Tag ist. Und die Vögel zwitschern …“
Weiter kam Wunderrat nicht mehr, denn Ludilla kreischte beinahe Wunderrats Namen, packte ihn am Ärmel und zerrte ihn hinter sich her. Innerlich formulierte Yelmiz einen Dank an Ludilla, wahrte äußerlich aber die Haltung und folgte schweigend und mit der Würde eines Arztes. Ludilla und Wunderrat zogen sich zurück, während Wunderrat ein Beruhigungsmittel anzufertigen begann. Er wusste, dass Ludilla in absehbarer Zeit nach ihm schicken lassen würde, damit er ihr ein Mittel gegen Kopfschmerzen brachte und
bereitete deswegen vorsorglich auch das vor. In der Tat dauerte es nur Minuten, bis der Diener kam, der ihn holen sollte.

Ludilla trank den Tee mit einem tiefen Schluck und stellte dann die
Tasse zur Seite.
„Ich habe in letter Zeit so schreckliche Schlafstörungen.“, sagte Ludilla an Yelmiz gewandt. „Geht doch bitte in die Stadt und besorgt mir etwas dagegen. Etwas starkes. Wenn mich der Schlaf ereilt, dann plagen mich Alpträume.“
Yelmiz nickte.
„Natürlich Herrin. Ich werde sogleich einen Diener schicken.“
Ludilla nickte und schickte Yelmiz dann mit einer Handbewegung weg, hielt ihn dann, als er gerade durch die Tür gehen
wollte noch einmal auf.
„Wäret Ihr gewillt, heute Nacht das Bett mit mir zu teilen?“
Yelmiz schüttelte den Kopf. „Es tut mir Leid, aber ich muss Euer Angebot ablehnen.“
Ludilla seufzte enttäuscht und entließ Yelmiz damit.

Der Arzt beobachtete die neuen Errungenschaften seines Herren durch eines der großen Fenster. Hätte er nicht gewusst, dass der Verstand seines Herren immer schwächer wurde, hätte er sich spätestens jetzt gefragt, ob er von allen guten Geistern verlassen war. Mit dem Elfen und dem Zwerg konnte er sich noch arrangieren, aber um den kleinen schwarzen Menschen sorgte er sich, da er sie im Baum sitzen sah und sich ausmalte, wie sie herunter fiel. Vor der Echse hatte er Respekt, wenn nicht sogar Angst. Er hatte ihn kämpfen sehn. Selbst, wenn das Wesen nicht die Waffe gehabt hätte, wären da immer noch die Klauen, der Schweif und die Zähne. Er würde den Abend abwarten. Vielleicht konnte er die Gruppe dann besser einschätzen, aber alles in Allem gefiel ihm die Situation gar nicht.
Der Bote mit dem Schlafmittel kehrte später wesentlich später zurück, als Yelmiz erwartet hatte. Der Arzt kannte den Jungen nicht, aber er machte einen zerstreuten und erträumten Eindruck.
“Der Mann hat gesagt, man soll davon nicht zuviel nehmen. das bringt einen sonst um.”, sagte der Bote und schien irgendwie zu erwarten, Yelmiz damit etwas Neues zu erzählen. Direser nicht jedoch schlicht und meinte “ich weiß”.

Mit dem schlafmittel bewaffnet machte sich Yelmiz auf den Weg zu Ludilla. Die Baroness sah erleichtert aus, als sie das Mittel entgegennahm, fragte aber mit einem Blick, den sie Yelmiz leicht seitlich zuwarf, ob sie denn nicht noch ein wenig mehr davon haben könne. Nur für den Notfall verstehe sich.

- wird fortgesetzt

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